Der Alaskan Malamute und seine Herkunft

Das er einer der ältesten Schlittenhunde der Arktis ist muss hier wohl nicht mehr aufgeführt werden, das dürfte hinlänglich bekannt sein. Ebenso das er der größte und stärkste Schlittenhund ist.

Es besteht also überhaupt keine Veranlassung hier nochmals den Rassestandard des Alaskan Malamute im konkreten Wortlaut widerzugeben, Dies ist schon genügend oft an anderer Stelle geschehen. Das Original findet man beim AKC (American Kennel Club) oder AMCA ( Alaskan Malamute Club of America ),die deutsche Übersetzung bei FCI oder VDH. Deshalb gehen wir gleich weiter zu

Geschichte und Herkunft des Alaskan Malamute

Schon seit dem Steinzeitalter sind Schlittenhunde oder die Kombination von Schlitten – und Jagdhund ein wichtiger Bestandteil der Kultur der nordischen Völker. Ohne diese Hunde, die sie enorm bei der täglichen Arbeit unterstützten und halfen die teilweise ohnehin geringe Habe von Ort zu Ort transportierten, hätten die nomadisierenden Völker niemals existieren und überleben können. Zudem waren Hunde die einzigen Haustiere, die in den lebensfeindlichen klimatischen Bedingungen ihres Lebensraumes existieren konnten.

In der Forschung besteht zwar noch keine Einigkeit darüber ob die Vorfahren der nordischen Eskimostämme über eine damals vorhandene Landbrücke von Asien nach Alaska gelangten oder ob sie aus Skandinavien über den Nordpol einwanderten. Man nimmt jedoch überwiegend an das sie aus Sibirien kamen mit Hunden vom nordischen Spitztyp.

Unbestritten ist jedoch die Tatsache, dass diese Stämme bereits von Hunden begleitet wurden. Jeder diese Stämme entwickelte seinen eigenen Hundetyp, der den jeweiligen Anforderungen, den Bodenverhältnissen, der Temperatur und den Schneeverhältnissen etc. nahezu perfekt angepasst war.

Mit dieser Einwanderungswelle kamen auch die Vorfahren der „Mahlemiuts“ oder auch „Mahlemuten“ in den Nordwestlichen Teil des heutigen Alaska. Dieses Inuit-Volk schuf in einer langen Zeit der Zucht in Isolation, ohne weitere genetische Einflüsse, den „Hund der Mahlemiuten“, den ALASKAN MALAMUTE, nahezu optimal angepasst an die harten Bedingungen der Grenzbereiche des Überlebens in den Schnee – und Eiswüsten des hohen Nordens

Mensch und Tier mussten gleichermaßen Überlebensqualitäten wie Genügsamkeit, Anpassungsfähigkeit und Sozialverhalten aufweisen. Erstaunlicherweise und im Gegensatz zu anderen Inuit – Völkern zeichneten sich die Mahlemiuten und ihre Hunde durch große Freundlichkeit aus. Mit den Alaskan Malamuten als Zugtiere und Helfer führten sie das Leben nomadisierender Jäger und Fischer.

Schon die frühesten nordamerikanischen Siedler erzählten in ihren Berichten von überaus imposanten widerstandsfähigen und außergewöhnlich robusten Hunden, um welche die Mahlemuten von den anderen Stämmen immer wieder beneidet wurden. Nie wurden die Mahlemuits erwähnt, ohne nicht auch gleichzeitig auf ihre beeindruckenden Schlittenhunde hinzuweisen. Im neunzehnten Jahrhundert berichteten frühe europäische Forscher und russische Walfänger, die Mahlemuits besäßen „Hunde von großer Ausdauer und Schönheit“ und dass sie „ihre Hunde liebten. Die Hunde arbeiten hart und sind sehr ausdauernd.

Zwischen 1750 und 1900 wurde Alaska von Einwanderern besiedelt und man benötigte sehr viele Schlittenhunde. Den Einwanderern ging es dabei ausschließlich darum, dass die Hunde so schnell wie möglich so viel Masse wie möglich fortbewegen konnten. Für Charakter und Wesen dieser herrlichen Hunde interessierte sich dabei niemand.

Ende des 19. Jahrhunderts, als Massen von Goldsuchern ins „weite Land Alyeskas“ strömten kamen mit ihnen auch viele Hunde anderer Rassen ins Land. Die Notwendigkeit von Materialtransport durch unerschlossenes, unwegsames und unwirtliches Gelände machte jeden Hund, egal zu welcher Rasse er gehörte, wertvoll als Pack – und Zughund. So war der Untergang des Alaskan Malamute vorhersehbar und wurde noch beschleunigt durch die so genannte „Zucht“ ( Einkreuzen von schnelleren aber weniger robusten und ausdauernden Hunden ) für Schlittenhunderennen oder Hundekämpfe.

So wäre der Alaskan Malamute praktisch ausgerottet gewesen hätten nicht einige Stämme ihre Hunde rein gehalten. Jahre später suchten Freunde der Rasse, unter Ihnen Paul Voelker und Arthur Walden, in abgelegenen Inuit-Siedlungen nach typischen, rein und unvermischt gebliebenen Hunden als Stammhalter einer neu aufzubauenden Zucht. Arthur Walden brachte zwei dieser Hunde von einer Polarexpedition von Admiral Byrd mit zurück nach Amerika und gründete die KOTZEBUE-Linie mit seinem Chinook Kennel.

Arthur Walden’s Chinook Kennel wurde von Eva Seeley übernommen als dieser zur letzten Polarexpedition aufbrach. Zusammen mit ihrem Mann Milton setzte sie sich sehr für die offizielle Anerkennung des Alaskan Malamuten als eigenständige Rasse ein. Im Jahr 1935 wurde der Alaskan Malamute vom American Kennel Club (AKC) anerkannt ein Standard heraus gebracht. Im gleichen Jahr wurde der Alaskan Malamute Club of America (AMCA) gegründet.

Neben der Kotzebue – Linie entstanden zwei weitere Zuchtlinien mit leicht differierendem Typen die einen enormen Einfluss hatten auf die Entwicklung des Alaskan Malamute wie wir ihn heute kennen. Dies waren Paul Voelker ( M’Loot – Kennel ) sowie Dave Irwin gemeinsam mit Dick Hinman. Irvin / Hinman hatten jedoch nur relativ wenige Tiere.

Die Öffnung des Zuchtbuches durch den AKC erfasste auf Eva Seeley’s betreiben allerdings nur Kotzebue – Hunde und wurde auch bald wieder geschlossen. Als jedoch im 2. Weltkrieg sehr viele Malamuten, und bei zwei Antarktis – Expeditionen von Admiral Byrd alle Malamuten umgekommen sind, wurde in den 1940er-Jahren das Zuchtbuch erneut geöffnet. So war der Weg auch für die beiden anderen Zuchtlinien ( M’Loot und die Hunde von Irwin / Hinman ) frei, sehr zum Missfallen von Eva Seeley. Ihr waren diese Hunde zu groß und sie wollte sie niemals als Alaskan Malamute akzeptieren und so kam es zu einem mächtigen Streit. Die Irwin – Hinman Hunde wären jedoch niemals ein Teil der offiziellen Geschichte des Alaskan Malamute geworden, wäre da nicht ein Mann namens Robert Zoller gewesen. Er züchtete mit M’Loot und Irwin – Hinman Hunden und war damit sehr erfolgreich. Der Streit zwischen Seeley und Zoller endete letztlich in einem Gerichtsverfahren das dann endgültig ‘the third strain’ den Weg in die Zuchtbücher ermöglichte.

Nach Deutschland kam der Alaskan Malamute als Hund amerikanischer Soldaten und über die Länder Schweiz und Holland. Der erste Malamute im Deutschen Sammelzuchtbuch des VDH erscheint im Jahr 1966.

Körperbau

Malamuten sind die stärksten und größten aller Schlittenhunde. Der Körperbau des Alaskan Malamute zeigt in erster Linie seine Befähigung zum Ziehen und Tragen schwerer Lasten in einer lebensfeindlichen Umgebung. Er ist kraftvoll und muskulös gebaut, mit tiefer Brust und einem geraden, zur Kruppe hin flach abfallenden Rücken. Sein Körper besitzt alle Merkmale die erforderlich sind um seine schweren Arbeiten effizient durchführen zu können. Er besitzt eine aufrechte, sehr würdevolle Körperhaltung, mit der er Souveränität, Ruhe und Interesse ausstrahlt.

Sein Fell ist ebenfalls bestens auf die Ansprüche seiner Umgebung abgestimmt. Das Deckhaar des Alaskan Malamute ist hart, rau und steht in den meisten Fällen grannenartig vom Körper ab. Es ist so lang, das es die Unterwolle schützt und variiert in seiner Länge. An den Körperseiten ist es meist kurz bis mittellang, während es am Rest vom Körper bis hin zur buschigen Rute länger ist. Das Fell des Alaskan Malamute hat eine dichte, weiche, lange und ölige Unterwolle. Malamutes können verschiedene Farbenschattierungen aufweisen. Vorherrschende Farben sind weiß, hellgrau bis schwarz. Darüber hinaus existieren auch komplett rote Varianten. Ganz weiße Alaskan Malamuten sind sehr, sehr selten. Der Unterbauch und die Pfoten sind zumeist weiß, am Körper erstreckt sich eine mantelartige Zeichnung über den Rücken. Sie besitzen eine typische Kopfzeichnung, die wie eine Kappe aussieht und sich über den ganzen Kopf ausbreitet. Hierbei ist das Gesicht meist komplett weiß oder mit einem Strich oder einer Maske versehen. Das Fell der Schlittenhunde wird zweimal im Jahr abgestoßen. Daher ist in der Zeit mit vielen Haaren in der Wohnung zu rechnen und der Hund sollte öfters gebürstet werden. Da sich das Fell von Schlittenhunden selbst reinigt, benötigt der Alaskan Mamalute wie auch der Siberian Husky grundsätzlich keine besondere Fellpflege und auch keine Bäder. Schlittenhunde nehmen höchstens selber im Sommer mal gerne ein Bad zur Erfrischung. Das Fell der Nordischen Hunde besitzt keinen Eigengeruch und so riechen sie nur nach nasser Wolle. Bei den Augen ist die Farbe braun die einzig zugelassene, wobei dunkelbraun favorisiert ist.

Wesen und Charakter

Der Rassestandard beschreibt den Alaskan Malamute als anhänglichen, freundlichen Hund und treuen, ergebenen Begleiter. Er wird, bei entsprechender Aufforderung, als einerseits verspielt und andererseits als sehr würdevoll und majestätisch dargestellt. Er wirkt dabei jedoch nie überheblich und Ignorant obwohl er ein extrem ausgeprägtes Selbstvertrauen besitzt.

Der Alaskan Malamute ist eine raue und wilde Rasse, welche auch schon mal recht grob und ungehobelt mit ihren Menschen und Artgenossen umgeht, sehr gerne im Freien lebt und ausreichende Bewegung benötigt.

Die meisten anderen Hunderassen haben mit der ungehobelten und dominanten Art der Malamuten ein echtes Problem. Es ist daher angeraten bei den ersten Begegnungen sehr genau zu beobachten wie die Hunde miteinander umgehen um nötigenfalls rechtzeitig eingreifen zu können. Dies betrifft allerdings jeden der Hundehalter, den Halter eines Malamuten jedoch im Besondern. Ihm sollte klar sein was 40 kg pure Kraft und Entschlossenheit anrichten können wenn sie außer Kontrolle geraten und er sollte es auf gar keinen Fall irgendwann einmal vergessen. Im Allgemeinen ist der Malamute sehr anhänglich und freundlich und ein liebenswertes Familienmitglied, das gerne Anschluss an sein Rudel respektive seine Familie hat. Diese Hunderasse benötigt wie alle anderen Schlittenhunderassen eine klare Rangordnung und konsequente Erziehung aber um Gottes Willen keine Härte. Dann schaltet er in den Stur – Modus und man genauso gut versuchen der Mülltonne beizubringen das sie den Müll selbständig abholt. Hat er erstmal seine Position gefunden und akzeptiert ist er „seinem Rudel“ treu ergeben.

Allen Fremden gegenüber ist er freundlich und zutraulich, außerdem ist er nicht auf eine Person bezogen. Obwohl er ein ruhiges und gelassenes Wesen besitzt, braucht dieser äußerst intelligente Hund Beschäftigung und Bewegung. Zudem muss er von klein an konsequent erzogen werden, da er sonst die Rudelführung anstreben könnte, der Malamute braucht wegen seinem noch sehr ursprünglichem Sozialverhalten eine ganz klare, unmissverständliche und konsequente Führung, wenn er diese nicht bekommt wird er versuchen selbst die Führung zu übernehmen und dann haben Sie ein Problem. Mit dieser Führung geben Sie dem Hund die Sicherheit die er benötigt um Ihnen Vertrauen zu können und wenn Ihnen das gelungen ist haben Sie den besten Hund der Welt. Der Alaskan Malamute ist also absolut kein Hund für einen Anfänger und auch auf keinen Fall geeignet für Leute, die nicht die Zeit und den Willen haben, sich sehr intensiv mit allen Eigenarten dieses imposanten Hundes zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Auch der Hundeexperte der schon seit fünfzig Jahren Hunde der unterschiedlichsten Rassen hatte ist gezwungen hier ein wenig umzudenken um nicht irgendwann zu verzweifeln.

Er benötigt viel Kontakt zum Menschen und ist stets bereit, sich mit großer Freude an körperlichen Aktivitäten jeder Art wie etwa Radfahren, Trainingswagen ziehen usw. zu beteiligen. Diese Aussage variiert jedoch sehr stark von Individuum zu Individuum. ( eigen Erfahrung ) Sie sollten also dafür sorgen dass ihr Malamute immer genug ausgelastet ist und artgerecht beschäftigt wird. Sie sollten ihm ausreichend Bewegung verschaffen, und ihn jedoch auch geistig fordern. Durch seine Intelligenz kann es sehr schnell passieren dass brachliegende Energien sich in unsinnige Gedanken verwandeln. So kann es geschehen, das ein unterforderter Schlittenhund wie der Malamute beginnt, die Wohnungseinrichtung nach seinen eigenen, im krassen Gegensatz zu Ihren, Vorstellungen umzugestalten oder durch sehr laute Kommunikation die gesamte Nachbarschaft in den Wahnsinn treibt. Die Ausdauer des Malamuten ist in dieser Hinsicht allemal größer als die Geduld der Nachbarn.

Zusammenfassend kann man festhalten. Der Alaskan Malamute ist ein sehr intelligenter Hund und beobachtet sein Umfeld scheinbar gelangweilt aber sehr genau und entdeckt ganz schnell die Schwächen seiner Besitzer. Sein sprichwörtlicher Dickkopf und seine oftmals stoische Ruhe reichen aus, Hundehalter mit fehlendem Durchsetzungsvermögen verzweifeln zu lassen und so mancher Erziehungsversuch kann zur Geduldsprobe ausarten. „Hundeexperten“ sind an dieser Stelle auch schon zu Hauf gescheitert. Liebevolle Konsequenz ist die wichtigste Disziplin in der Erziehung. Überlegen Sie bitte vorher was Sie von Ihrem Hund wollen bevor Sie den Befehl geben, einmal ausgesprochen müssen Sie auch für die korrekte Ausführung sorgen. Tun Sie das nicht haben Sie die Achtung und Anerkennung Ihres Hundes verloren und können nochmal ganz von vorne beginnen. Er will überzeugt aber nicht dominiert werden. Stellen sie feste Regeln auf und ändern sie diese nicht mehr andauernd, lassen sie keine Ausnahmen zu. Über die Wachhundeeigenschaften des Alaskan Malamute gehen die Meinungen auseinander, generell ist er zwar imposant vom Aussehen und verteidigt auch sein Rudel aber er ist wenig misstrauisch Fremden gegenüber. Eine falsche oder unsachgemäße Ausbildung in dieser Disziplin verwandelt ihren Hund in eine wandelnde Zeitbombe die mit Sicherheit irgendwann eine Katastrophe herbeiführt. Deshalb sollte man so etwas besser lassen, wenn man einen Hund haben möchte der etwas hüten oder bewachen soll MUSS man eine andere Rasse nehmen. Der Alaskan Malamute ist dafür denkbar ungeeignet

Schlittenhunde wie der Alaskan Malamute oder auch der Siberian Husky sind hochsensibel in Bezug auf ihr soziales Verhalten und sollten deshalb nicht ausschließlich in Zwingern mit wenig Kontakt zum Menschen gehalten werden. Sie sind sehr rudelbezogen und man sollte ihnen den Kontakt zu Artgenossen bieten oder wenn möglich, mehrere Schlittenhunde im Rudel halten. Sie lieben die Gesellschaft ihrer Menschen und möchten gerne und wenn möglich immer an allem teilhaben. Sollte dem Alaskan Malamute ein Garten zur Verfügung stehen, dann empfiehlt sich eine hohe Einzäunung ( mindestens 1,8 bis 2 Meter ), genaugenommen ist es sogar verpflichtend. Die Einfriedung sollte auch gegen Untergrabungen gesichert sein, denn Schlittenhunde graben tiefe Löcher und neugierig wie sie sind, reißen sie auch mal gerne aus, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet. Der Alaskan Malamute besitzt wie alle Schlittenhunde einen sehr großen Jagdtrieb. Man sollte ihn daher nicht ohne Leine oder Geschirr laufen lassen. Zur Bewegung ihres Alaskan Malamute eignen sich Touren mit dem Trainingswagen oder Schlitten. Auch lange, ausgedehnte Spaziergänge oder Fahrradtouren bieten sich an. Die Haltung eines Schlittenhundes gemeinsam mit Katzen oder Kleintieren sollte aufgrund des Jagdtriebes dieser Hunderassen gut überdacht werden. Es kann passieren, dass die bekannte Hauskatze schnell zum gejagten wird. Auch die gemeinsame Haltung mit kleineren Hunderassen wie Yorkshire Terrier, Chihuahua, o.ä. Hunderassen kann somit zum Problem werden.

So ganz ohne Rassestandard geht es eben doch nicht